Der Unvollendete Obelisk in Assuan
Südlich von Assuan befinden sich mehrere Granit-Steinbrüche. Hier wurde der Granit für viele der ägyptischen Bauwerke des Landes gebrochen. Einer jedoch hat eine Besonderheit vorzuweisen: Den Unvollendeten Obelisk.
Touristen werden oft zu dem “Unvollendeten Obelisken” geführt. Ein riesiger, auf drei Seiten roh behauener Granitblock, der auf einer Seite noch fest mit dem umgebenden Granit verwachsen ist. Er ist einem der Obelisken im Luxor-Tempel sehr ähnlich und wird allgemein der Königen Hatschepsut als Auftraggeberin zugesprochen.
Durch diesen unvollendeten Obelisken haben die Archäologen viel über die Arbeitsmethoden
und die Technologie des Granitabbaus der alten Ägypter gelernt. Schließlich grenzt es an ein Wunder, mit welchen Mitteln aus einem Steinblock ein formvollendeter Obelisk von solch ungeheurem Gewicht und in einem Stück geschaffen werden konnte. (Aus der Zeit der Frühdynastie fand man gebaute Obelsiken, die aus zahlreichen Steinen bestanden.)
Im alten Ägypten war es üblich, Obelisken und andere große Granitblöcke schon vor dem ausmeißeln grob zu behauen. Dazu wurden auf die Länge, die der Obelisk letztendlich haben sollte, rechts und links des Rosengranitfelsens Gräben ausgehoben. Ebenso an der Unterseite und an der Spitze. Das weitere Aushebeln und die Trennung vom Mutterfelsen wurde mittels Wasser und Holz erledigt. Kufen, die am Obelisken angebracht wurden, erleichterten den Transport zum Nilschiff, womit der Obelsik zur, dem Zielpunkt nächstgelegenen, Anlegestelle gebracht wurde.
So gibt also der Unvollendete Obelisk, welcher eine stolze Höhe von immerhin 42 Metern Länge hätte aufweisen sollen und somit der größte gemeißelte Obelisk gewesen wäre, Auskunft über die damaligen Arbeitsbedingungen und Techniken. Leider scheint der Unvollendete Obelisk noch vor der Trennung vom Mutterfelsen einen Riss bekommen zu haben und wurde so nie fertig gestellt.
Bedenkt man, welch einfache Werkzeuge zur Zeit der Pharaonen nur zur verfügung standen, kann man sich beim Anblick des unvollendeten Obelisken vorstellen, wieviel Arbeiter dazu benötigt wurden und wie mühsam die Arbeit war.
Written by dw on October 23rd, 2006 with no comments.
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