Scheich-Said-Kanal fertiggestellt

December 28th, 2010

Scheich-Said-Kanal in Ägypten im September 2010 fertig gestellt. Der Scheich-Said-Kanal ist neben der Mubarak-Pumpstation ein weiterer Meilenstein des Toshka-Projektes, das durch Bewässerung eines Wüstenabschnittes westlich des Nils zu weiterem Lebensraum für Menschen und Anbaufläche für landwirtschaftliche Produkte in Ägypten führen soll.

Der Scheich-Said-Kanal führt vom Nassersee etwa 50 Kilometer nach Westen in die Wüste, wo er sich in vier Nebenkanäle mit je einer Länge von cirka 22 Kilometern verzweigt, welche einzelne Anbaugebiete bewässern. Das Wasser im Scheich-Said-Kanal wird über die Mubarak-Pumpstation aus dem Nassersee in den Kanal befördert. Derzeit werden etwa 8.500 Hektar Land von den geplanten 175.000 Hektar mit Wasser versorgt. Auf den neu kultivierten Ackerflächen werden Melonen, Trauben und Kartoffeln angebaut.

Durch das Toshka-Projekt werden neben Kultivierung von Ackerflächen auch Bergbau und Metallindustrie in diesem Wüstenteil möglich. Die Region weist viele Rohstoffe und Mineralien auf, die neben landwirtschaftlichen Produkten ebenfalls zur Selbstversorgung von ungefähr drei Millionen Menschen, die in dieser Region angesiedelt werden sollen, beitragen. Über den Scheich-Said-Kanal werden pro Tag 25 Millionen m³ Wasser transportiert, Strom wird vom Assuan Staudamm geliefert. Die Voraussetzung für ein gutes Gelingen dieses Vorhabens sind also geschaffen. Des Weiteren erhofft man sich eine Steigerung des Exports verschiedener Güter in alle Welt.

Der Bau des Scheich-Said-Kanals wurde von Scheich Said mit 100 Millionen US$ unterstützt. Die Mubarak Pumpstation wurde mit Baukosten in Höhe von 560 Millionen US$ beziffert. Das gesamte Toshka-Projekt wird bis zur Fertigstellung mit etwa 80 Milliarden US$ zu Buche schlagen, die zum Teil von privaten Investoren aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten getragen werden.

Diese Kosten werden zu einer besseren Lebensqualität des ägyptischen Volkes führen, gerade junge Menschen sollen im Toshka-Projekt Zukunftsperspektiven finden. Bereits nach der Fertigstellung des Scheich-Said-Kanals siedelten viele Menschen weg vom Niltal in das „Neue Tal“. Insgesamt sollen nach Baubeendigung im Jahr 2017 etwa drei Millionen Menschen in 18 neu errichteten Städten rund um die Landwirtschafts- und Industriezonen leben.

Abu Simbel, der bedeutende Felsentempel am Nassersee

January 28th, 2007

Erbaut von Pharao Ramses II. (1279-1213 v. Chr.), zählt Abu Simbel zu den bedeutendsten Monumenten des Antiken Ägypten und war den Göttern Re-Harachte, Ptah und Amun geweiht. Die Bauzeit betrug etwa 30 Jahre.

Südlich von Assuan gelegen erreicht man den Felsentempel von Abu Simbel mit dem Bus. Wer eine Kreuzfahrt auf dem Nassersee macht, kann Abu Simbel schon aus großer Entfernung am Westufer sehen.
Vor dem Eingangspylon sitzen vier Statuen des Ramses II. und zwischen den Statuen findet man kleinere Figuren der Gemahlinnen, Töchter und Söhne des Pharaos.
Im Inneren des Felsentempels von Abu Simbel liegt am Ende eines säulenverzierten Ganges das Allerheiligste. Vier lebensgroße Statuen sitzen an der hinteren Wand, sie sollen die Götter Amun-Re, Ptah, Re-Harachte und den zum Gott gewordenen Ramses verkörpern. Die Sitzplätze der Götter waren so festgelegt, dass jedes Jahr am 22. Februar und am 22. Oktober die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne auf Amun-Re, Re-Harachte und Ramses schienen. Die Götterstatue des Ptah mußte im Dunkeln bleiben, weil er als Gott der Unterwelt galt.
Was es ausgerechnet mit diesen beiden Tage auf sich hat, darüber sind sich Archäologen und Wissenschaftler nicht einig. Die verbreitetste Theorieläßt vermuten, dass es sich mit dem 22. Februar und 22. Oktober um den Geburtstag und den Tag der Krönung des Pharao Ramses II. handelt. Bewiesen ist es aber nicht.
In den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts mußte Abu Simbel von seinem ursprünglichen Platz entfernt und an der heute zu besichtigenden Stelle wieder zusammengestzt werden. Der Wasserspiegel des Nassersees stieg nach dem Bau des Assuan Hochdammes sehr stark an, so dass eine spektakuläre, vier Jahre dauernde Rettungsaktion durchgeführt werden mußte.

Kreuzfahrt auf dem Nassersee

January 16th, 2007

Durch den Nasser Stausee, der sich aus aufgestautem Wasser der Nilüberschwemmungen hinter dem Assuan Staudamm bildet, sind einige historische Monumente regelrecht ertrunken. Die Wichtigsten, wie zum Beispiel Abu Simbel oder der Tempel von Edfu, wurden vor den Wasserfluten gerettet, indem man sie versetzte.
Der Nassersee liegt mitten in der Wüste und ist annähernd 480 Kilometer lang, so daß er bis in den Sudan reicht. Die Gegend um den Nassersee ist karg und Wege, um den Nassersee zu erreichen, gibt es so gut wie gar nicht. Das hat ein paar Reiseveranstalter auf die Idee gebracht, Kreuzfahrten auf dem Nassersee anzubieten. Seit einigen Jahren fahren Kreuzfahrtschiffe südlich des Hochdammes bis Abu Simbel den See ab, um Touristen zu den den dort befindlichen historischen Monumenten zu bringen, die sonst nicht erkundet werden können.
So kann man Wadi el-Sebua, einem Tempel von Ramses II., besichtigen. Auch er wurde, wie Abu Simbel, wegen den Fluten des Nassersees in den 1960ern umgesetzt, doch weil hier die Gegend unwegsam und verlassen ist, war Wadi el-Sebua bald wieder vergessen. Erst mit Beginn der Kreuzfahrten-Ära auf dem Nassersee in den 1990ern wurde ein Teil wieder freigelegt.
Es gibt bei dieser Kultstätte keine Souvenirläden, keine Bewohner in der Gegend und vor allem keinen Lärm. Wer also diesen Tempel besucht, hat unweigerlich den Eindruck, er hätte gerade dieses Monument entdeckt.
Natürlich gibt es noch mehr zu sehen. Der Tempel von Dakka, ein ptolemäischer Bau aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., der Tempel von Amada und Kasr Ibrim. Letzteres ist eine Bastion, gebaut unter pharaonischer und römischer Hand. Früher krönte sie eine 70 Meter hohe Klippe, heute steht sie durch den gestiegenen Wasserspiegel des Nassersees als Insel ziemlich in der Mitte des Sees. Die Kreuzfahrtschiffe legen derzeit dort an, doch Touristen dürfen aufgrund wichtiger Ausgrabungen nicht von Bord gehen. 
Eine Kreuzfahrt auf dem Nassersee dauert gewöhnlich 4-5 Tage. Zu den bekanntesten Kreuzfahrtschiffen zählen das MS Eugénie und das MS Qasr. Sie erfreuen sich bei Touristen wegen des orientalischen Ambientes an Bord und der hervorragenden französichen Küche großer Beliebtheit.

Der Nasser See und das Projekt Toshka

January 15th, 2007

Da der Nil in den letzten Jahren immer mehr Wasser führt, mußte man ein Teil des im Nasser See aufgestaueten Wassers in die benachbarte Toshkasenke umleiten. Dort allerdings verdunstet das Wasser, ohne sonstigen Nutzen zu erfüllen.
Da die ständig wachsende Bevölkerung nur auf etwa 5% der Landesfläche lebt, wird der Platz immer enger.
Das Verdunsten des kostbaren Nilwassers und die zunehmende Bevölkerungsdichte waren Grund genug für das Toshka Projekt, so daß die Ägyptische Regierung 1996 dieses ins Leben rief, dessen Umsetzung 1997 schon begann.
Kern des Projektes ist die Mubarak Pumpstation, nördlich von Abu Simbel gelegen. Von hier aus wird das Wasser aus dem Nasser Stausee in den höher gelegenen Scheich-Said-Kanal gepumpt. Das Wasser wird über diesen Kanal 55 Kilometer nach Westen geleitet, um sich dann in der Wüste in vier Nebenkanäle zu verzweigen, über die dann jeweils zwischen 40.000 und 80.000 Hektar Land mit Wasser versorgt werden sollen.
Die Planung sieht vor, dass bis zum Jahr 2017 für etwa drei Millionen Menschen Wohnungen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Das würde bedeuten, dass die besiedelte Fläche Ägyptens durch das Toshka Projekt von 5% auf 20% ansteigen würde. Um die Infrastruktur zu stärken, sollen neben den Straßen auch Schienen in diesem Gebiet verlegt werden.
Finanziert wurde die 560 Millione US$ kostende Mubarak Pumpstation von der ägyptischen Regierung, Scheich Said steuerte für den Bau des Kanals, der seinen Namen trägt 100 Millionen US$ bei. Bis das Projekt Toshka fertiggestellt ist, rechnet man mit 60 Milliarden US$ Gesamtkosten.